Oboe

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (observer bombing over enemy), Abkürzung für das elektronische Zielfindungssystem des britischen Bomber Command, bestehend aus 2 Bodensendern ("Katze" und "Maus") an der Küste Ostenglands und bordeigenen Oboe-Empfängern. Im Schnittpunkt der beiden Sendestrahlen löste die Oboe-geführte Maschine ihre Leuchtmarkierungen bzw. Bomben im Blindwurf aus. Oboe stellte eine wesentliche Verbesserung gegenüber GEE dar; bei ersten Versuchen des Oboe-gesteuerten Bombenwurfs im Dezember 42 über Lorient und Saint-Nazaire ergab sich eine maximale Streuung von 600 m. Die Reichweite aber blieb wegen der Erdkrümmung auf rund 450 km begrenzt, das System wurde daher v.a. zur Führung hochfliegender Pfadfindermaschinen eingesetzt. Deutschen Störversuchen begegneten die Briten durch Wechseln der Oboe-Frequenzen. Nach der Invasion wurde im Zuge des alliierten Vormarsches die Reichweite von Oboe durch Einsatz mobiler Sender auf dem Kontinent erweitert.