Norwegen

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Königreich in Skandinavien mit 322 538 km² und 2,8 Millionen Einwohnern (1939), Hauptstadt Oslo. Trotz der traditionellen Neutralitätspolitik Norwegens beobachtete Hitler nach Kriegsbeginn argwöhnisch die guten Beziehungen zwischen Oslo und London, v.a. nach dem sowjetischen Angriff auf Finnland (Winterkrieg), der eine Intervention der Westmächte auslösen und damit den deutschen Erznachschub über Narvik (rund 40%) gefährden konnte. Der Zwischenfall mit dem Trossschiff Altmark bestärkte Hitler in seinem Misstrauen und führte schließlich am 9.4.40 zur Auslösung des Unternehmens "Weserübung" zur Invasion des Landes durch deutsche Truppen. Die Hoffnung, man könne wie in Dänemark dem Angriff den Charakter einer "friedlichen Besetzung" geben, erfüllte sich nicht, erst nach zweimonatigen Kämpfen war Norwegen in deutscher Hand, König Haakon VII. floh, in London bildete sich eine Exilregierung. Den Besatzern stellte sich die "Nasional Samling" des Faschistenführers Quisling zur Verfügung, doch scheiterte eine Regierungsbildung an mangelnder einheimischer Unterstützung. Seit 24.4.40 führten unter dem deutschen Reichskommissar Terboven ein norwegischer Administrationsrat aus hohen Beamten und seit 25.9.40 ein 12-köpfiger kommissarischer Staatsrat die Regierungsgeschäfte. Die deutschen Behörden versuchten jedoch, durch systematische Förderung der "Nasjonal Samling" Quisling eine Basis zu verschaffen, erklärten seine Bewegung zur einzigen "staatstragenden Partei" und ernannten ihn am 1.2.42 erneut zum Ministerpräsidenten, der die norwegische Verfassung außer Kraft setzte. Man erreichte damit allerdings nicht die erwünschte Beruhigung der Lage, die Aktivitäten von Untergrundkämpfern nahmen in dem Maße zu, in dem sie Terboven mit wachsendem Terror zu ersticken suchte, gegen Ende waren rund 40 000 Norweger in KZ-Haft. Zur Verschärfung der Situation trugen nicht zuletzt die nationalsozialistischen Rassengesetze und die Judenverfolgung bei, 900 jüdische Bürger wurden deportiert, 768 davon ermordet. Die Leidenszeit ging mit der kampflosen Kapitulation der deutschen Streitkräfte (ca. 40 000 Mann) am 4.5.45 zu Ende, am 31.5. kehrte die Exilregierung nach Oslo zurück.