Niederländisch Indien

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    niederländisches Kolonialgebiet in Südostasien, bestehend aus fast dem gesamten Malaiischen Archipel mit den 4 Großen Sundainseln, dem Westteil von Neuguinea und einer Vielzahl kleinerer Inseln, rund 2 Millionen km² und 70 Millionen Einwohnern (1940), Hauptstadt Batavia (heute Djakarta) auf Java. Das rohstoffreiche und fruchtbare Niederländisch Indien gehörte zu den Hauptzielen der japanischen Offensive nach Beginn des Pazifikkrieges. Begünstigt durch den raschen Zusammenbruch der britischen Bastion in Malaya, die Stützpunkte in Indochina und die Besetzung der Philippinen, brauchten die Japaner zur Eroberung des riesigen Inselreichs kaum 3 Monate. Am 16.12.41 landeten die ersten japanischen Truppen auf Borneo, Anfang Januar 42 richteten sich amphibische Operationen gegen Celebes, die Molukken, Bali und Timor, am 14.2.42 gingen 3000 Japaner auf Sumatra an Land und Ende Februar 42 richtete sich der entscheidende Angriff gegen Java, das Herz von Niederländisch Indien mit dem ABDA-Hauptquartier. Gegen die unter starker Sicherung anlaufende japanische Landungsarmada ging ein alliiertes Ostindiengeschwader unter Konteradmiral Doormann in See und stellte die Japaner zur Schlacht in der Javasee (27.2.?1.3.). Sie wurde zur Katastrophe für die Verbündeten und öffnete den Japanern den Weg nach Batavia (5.3.). Am 9.3.42 kapitulierten die Niederländer unter General Porten und die britisch-australischen Truppen unter General Sitwell. Die "Niederlage des Weißen Mannes" in Niederländisch Indien gab der indonesischen Unabhängigkeitsbewegung erheblichen Auftrieb. Auch mit militärischen Mitteln und drakonischer Härte gelang es den Niederländern nach dem Krieg nicht, die einstige Kolonie wieder in Besitz zu nehmen; Anerkennung der indonesischen Republik 17.12.49.