Nürnberg

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Stadt in Mittelfranken mit 431 000 Einwohnern (1940). Nürnberg spielte als "Stadt der Reichsparteitage" eine wesentliche Rolle bei der Selbstdarstellung des nationalsozialistischen Regimes und war schon deswegen und wegen einiger bedeutender Industriebetriebe eines der bevorzugten Ziele der alliierten Luftoffensive gegen Deutschland. Wegen der großen Entfernung geriet die Stadt jedoch erst relativ spät nach Einführung des H2S-Radars in den Aktionsradius des britischen Bomber Command. Am 8.3.43 starteten 335 Viermotorige gegen Nürnberg, 294 erreichten auch das Zielgebiet, doch war der Verband aufgesplittert, sodass der beabsichtigte Feuersturm durch konzentrischen Bombenwurf ausblieb. Auch der Großangriff vom 30./31.3.44 mit 795 Maschinen wurde zur Schlappe für die RAF: Zwar konnten 710 Flugzeuge 2460 t Bomben ins Ziel bringen, doch um den Preis von 95 abgeschossenen und 71 schwer beschädigten (davon 12 Totalverluste durch Bruchlandung) Bombern. Mit sinkender Stärke der deutschen Nachtjagd konnten solche Erfolge jedoch nicht wiederholt werden, sodass auch Nürnberg schließlich zu 50% zerstört wurde (61 200 Wohnungen), wobei unersetzliche Kulturdenkmäler verloren gingen. Pünktlich zum letzten Geburtstag Hitlers besetzten am 20.4.45 Einheiten der 7. US-Armee (Patch) die Stadt. Sie war später Schauplatz der alliierten Kriegsverbrecherprozesse.