Nördliche Marianen

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    vulkanisches Archipel Mikronesiens im westlichen Pazifik mit den 3 Hauptinseln Saipan, Tinian (beide seit 1920 japanisches Mandat) und Guam (seit 1898 amerikanisch). Guam als südlichste und größte der Inseln wurde schon am 10.12.41 von den Japanern besetzt und wie die beiden anderen stark befestigt. Die (Rück-)Eroberung der Marianen durch die Amerikaner (Unternehmen "Forager") im Sommer 44 bildete eines der wichtigsten strategischen Etappenziele beim Inselspringen Richtung Tokio; von hier aus rückte das 2400 km Luftlinie entfernte japanische Mutterland mit seinen Industriezentren nun auch von Süden her in die Reichweite der amerikanischen Fernbomber vom Typ B-29 Superfortress. Von Tinian startete am 6.8.45 der erste Atombomber der Geschichte zum Angriff auf Hiroshima.

    Für die Operation "Forager" hatte Admiral Nimitz die bis dahin größte amphibische Streitmacht von 540 Kriegs- und Hilfsschiffen zusammengezogen, Admiral Turner erhielt den Auftrag, ingesamt 127 000 Mann zu landen. Fernsicherung übernahm die 5. Flotte (Spruance) mit 7 Schlachtschiffen und den 15 Trägern von Task Force 58 (Mitscher) mit 800 Flugzeugen. Nach intensiver Vorbereitung durch Schiffsartillerie und Bombardierungen wurde zuerst Saipan (bis 9.7.), dann Tinian (bis 1.8.) und schließlich Guam (bis 10.8.) gegen wesentlich stärkeren Widerstand als erwartet genommen. Fassungslos beobachteten die GIs immer wieder die selbstmörderischen Banzai-Gegenangriffe aus hoffnungsloser Lage und den Kampf fast immer bis zum letzten Mann. Einige wenige Japaner tauchten auch in Dschungelgebieten unter, wo noch 1972 letzte japanische Kämpfer kapitulierten.