Morane Saulnier M.S. 406

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    französischer Jagdeinsitzer. Die Morane Saulnier M.S. 406 war analog zur deutschen Me 109 und britischen Hawker Hurricane Frankreichs erstes Jagdflugzeug mit geschlossenem Cockpit und einziehbarem Fahrwerk. Der Prototyp M.S. 405 flog erstmals am 8.8.35. Die Armeé de l'Air orderte 1938 im Rahmen ihres Modernisierungsprogramms 1000 M.S. 406 als neuen Standardjäger. Die Serienfertigung in drei Staatsbetrieben lief jedoch so schleppend - es fehlte an Ersatzteilen und v.a. an Hispano Suiza-Triebwerken -, dass der zunächst abgelehnte Konkurrent Bloch MB 152 in aller Eile in Serie ging. Bei Luftgefechten über dem Westwall während des Sitzkriegs schossen M.S. 406-Piloten nach französischen Angaben bei 13 eigenen Verlusten 32 Gegner ab. Im Frankreichfeldzug flogen 278 M.S. 406 bei 11 Jagdgruppen. Sie verbissen sich über den Brücken von Sedan und Maastricht in verlustreiche Kämpfe mit den technisch und zahlenmäßig überlegenen Me 109 und wurden später während der 2. Feldzugsphase in Tiefangriffen verschlissen. Die M.S. 406 war mit einer 20-mm-Kanone und 2x7,5-mm-MG bewaffnet und erreichte 485 km/h. Exportiert wurde sie u.a. in die Schweiz, Türkei und nach Finnland, das nach dem Zusammenbruch Frankreichs 75 Beutemaschinen vom Deutschen Reich erhielt.