Messerschmitt AG

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutsche Flugzeugwerke mit Stammsitz Augsburg; 1938 aus den Bayerischen Flugzeugwerken umgewandelt. Daher figurieren einige Baumuster gleichzeitig unter den Typenabkürzungen Bf oder Me, bisweilen auch als Me (Bf). Schon die Bayerischen Flugzeugwerke hatten fast ausnahmslos Konstruktionen des Firmengründers Professor Willy Messerschmitt (1898-1978) gefertigt.

    Aus dem schnellen Reiseflugzeug Bf (Me) 108 Taifun entwickelte Messerschmitt 1934/35 den Jagdeinsitzer Me (Bf) 109, der mit rund 35 000 Exemplaren das meistgefertigte Jagdflugzeug des 2. Weltkriegs wurde. Es folgten seit 1938 der zweimotorige Zerstörer Me 110 und dessen Nachfolgemodelle Me 210 und Me 410 Hornisse. Dazu kamen als revolutionäre Neuerungen seit 1943 die Me 163 Komet, der erste in Serie gebaute Raketenjäger, und seit 1944 als erster operationsreifer Düsenjäger der Welt die zweistrahlige Me 262 Schwalbe. Im Auftrag des Luftfahrtministeriums beschäftigte sich Messerschmitt auch mit der Entwicklung von Großraumflugzeugen. 1942 kam der sechsmotorige Großtransporter Me 323 Gigant an die Front. Das Projekt eines vier- bis sechsmotorigen "Amerikabombers" Me 264 mit 1800 kg Bombenzuladung gelangte nicht über zwei Prototypen hinaus. Nach dem Krieg verlegte Messerschmitt den Flugzeugbau nach Spanien; in Augsburg wurden Nähmaschinen und Kabinenroller hergestellt. Seit 1956 beteiligte sich die Firma in Deutschland am Lizenzbau von Militärflugzeugen.