Mefkure

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    türkischer Motorsegler. Die Mefkure lief am 3.8.44 mit 320 jüdischen Flüchtlingen aus Konstanza mit Ziel Palästina Richtung Bosporus aus. Zwei Tage später wurde sie nach Mitternacht mit großer Wahrscheinlichkeit vom sowjetischen U-Boot SC-215 unter Kapitänleutnant Strischak mit einer Kanone (vermutlich Kaliber 45 mm) und mit Maschinenwaffen unter Feuer genommen und eine halbe Stunde später versenkt. Das ergibt sich aus einem Funkspruch des genannten U-Boots, der vom deutschen Funkbeobachtungsdienst aufgefangen wurde, sowie aus einer sowjetischen Veröffentlichung, wonach das U-Boot in der Nacht zum 5.8.44 mit Artillerie einen großen Schoner, auf dem bis zu 200 bewaffnete Leute bemerkt wurden, und eine Barkasse versenkt habe. Bei letzterer (russisch barkas kann auch großes Ruderboot bedeuten) dürfte es sich um ein Rettungsboot gehandelt haben, das nach Aussage des türkischen Kapitäns der Mefkure von dem U-Boot aus beschossen und versenkt wurde. Die Besatzung und die Passagiere der Mefkure sprangen von Bord und ertranken, verbrannten an Deck oder gingen mit dem Schiff unter. Nur fünf Mann der Besatzung und fünf Flüchtlinge wurden am folgenden Tag von dem Motorsegler Bulbul, der ebenfalls jüdische Flüchtlinge an Bord hatte und zusammen mit der Mefkure aus Konstanza ausgelaufen war, aus einen Rettungsboot geborgen.