Maxime Weygand

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    französischer Heerführer

    geboren: 21. Januar 1867 in Brüssel gestorben: 28. Januar 1965 in Paris


    im 1. Weltkrieg Generalstabschef von Marschall Foch, 1923/24 Oberbefehlshaber der französischen Levantearmee im Nahen Osten, 1930 Generalstabschef, 1931 Generalinspekteur der Armee, 1935 Ruhestand.

    Weygand wurde bei Kriegsbeginn reaktiviert und löste nach dem katastrophalen Verlauf der alliierten Operationen nach Beginn des deutschen Angriffs im Westen (10.5.40) am 19.5. Gamelin als Oberbefehlshaber der französisch-britischen Streitkräfte ab. Doch selbst die hastige Bildung einer nach ihm benannten Auffangstellung an der Somme vermochte den Zusammenbruch nicht mehr abzuwenden, sodass Weygand schon am 12.6.40 Verhandlungen über einen Waffenstillstand empfahl. Bei Übernahme der französischen Regierung am 16.6.40 durch Pétain wurde Weygand Kriegsminister und hatte wesentlichen Anteil an der Aufgabe des Kampfs am 22.6.40.

    Am 6.9.40 ernannte ihn der Staatschef von Vichy-Frankreich zum Generalgouverneur in Französisch Nordafrika mit Sitz in Algier, wo er im Februar 41 das für den weiteren Verlauf des Kriegs wichtige Weygand-Murphy-Abkommen schließen konnte. Das führte aber auch auf deutschen Druck am 20.11.41 zu seiner Abberufung und ein Jahr später zu seiner Verhaftung. Erst im Mai 45 aus deutscher Gefangenschaft befreit, wurde Weygand wegen angeblicher Kollaboration festgenommen, am 6.5.48 aber vom Obersten Gerichtshof rehabilitiert.