Martin Bormann

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    dt. Politiker; geboren 16. Juli 1900 Halberstadt, gestorben 2. Mai 1945 Berlin

    Martin Bormann

    1927 Eintritt in die NSDAP, 1933 Stabsleiter bei Heß, Vermögensverwalter Hitlers, Bauherr des Führergeländes auf dem Obersalzberg (Berghof). Bormann, der mit unermüdl. Fleiß und gutem Gedächtnis schon vor dem Krieg eigentl. Leiter der Parteikanzlei war, wurde nach Kriegsbeginn Hitler zunehmend unentbehrl. und erhielt nach dem England-Flug von Heß dessen Kompetenzen. Als "Braune Eminenz" bestimmte er nach Hitlers Weisungen über alle wesentl. innenpolit. Bereiche durch Beherrschung der Staatspartei und ihrer Gliederungen. In militär. Belange mischte er sich jedoch nie ein und wurde von Goebbels verächtl. "General der Fernschreiber" genannt. Der polizeistaatl. Alltag im Krieg war jedoch wesentl. geprägt von Bormanns Verordnungen, die meist in verschärfter Form Befehle Hitlers weitergaben. Zum Diktator führte schließl. nur noch der Weg über den "Sekretär des Führers", wie sich Bormann seit 12.4.43 nennen durfte. Am 1.5.45 versuchte er nach dem Selbstmord Hitlers vergebl. den Ausbruch aus dem umkämpften Berlin. Jahrelang blieb er verschollen, wurde im Nürnberger Prozess gegen die Hauptkriegsverbrecher in Abwesenheit zum Tod verurteilt und nach Skelettfunden an der Invalidenbrücke mit deutl. Spuren des Freitods durch Zyankali am 11.4.73 amtl. für tot erklärt.