Marinesonderdienst

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Abteilung des Amts Ausland Abwehr zur Beschaffung kriegswichtiger Rohstoffe aus dem verbündeten und neutralen Ausland. Die Zentrale des schon vor Kriegsbeginn organisierten Marinesonderdienstes wurde nach dem Frankreichfeldzug nach Bordeaux verlegt, von wo er einen Frachtbetrieb mit Blockadebrechern aufbaute, die v.a. aus Japan Waren beschafften und Hilfskreuzer versorgten; Kontaktpersonen des Marinesonderdienstes im Ausland waren die deutschen Marineattachés oder deutsche Kaufleute, in Tokio z.B. Admiral Wennecker. Im Zuge der Entmachtung der Abwehr wurde der Marinesonderdienst am 15.4.44 dem OKM eingegliedert, das schon vorher die fachliche Leitung wahrgenommen hatte.