Marinekommando Holland

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutsche Arbeitseinheit aus etwa 3000 Angehörigen der Kriegsmarine, die nach der Kapitulation von den Briten in den Niederlanden zurückgehalten und unter der truppendienstlichen Verantwortung des dienstältesten deutschen Offiziers, Kapitän zur See Heinz Bonatz, zur Desarmierung der deutschen Küstenbefestigungen sowie zur Beseitigung der Minen an der holländischen Küste eingesetzt wurden. Nach kurzer Zeit wechselte die Bezeichnung der Dienststelle in Höherer deutscher Marineoffizier Holland. Die Gefangenen waren im Wesentlichen im Hauptlager Ymuiden und in den Nebenlagern Hoek van Holland sowie auf der Insel Vangdam bei Den Helder untergebracht. Bonatz war für die Verwaltung der Lager, die Aufrechterhaltung der Disziplin, das Gerichtswesen und die Bereitstellung der Arbeitskräfte zuständig; den Arbeitseinsatz leiteten die Briten, vom 1.11.45 an die Holländer. Bereits gegen Ende 45 wurden laufend Angehörige des Marinekommandos Holland über Lager in der britischen Zone Deutschlands entlassen. Die Masse der Gefangenen kehrte im Januar 46 mit Bonatz zurück, nur 600 Mann, die die Entminung und Desarmierung fortsetzten, blieben zurück. Sie wurden später ebenfalls entlassen oder von den Dienstgruppen übernommen.