Marcel Bucard

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    frz. Politiker

    geboren 7. Juli 1895 Saint-Clair-sur-Epte (Val d'Oise)

    gestorben 19. März 1946 Fort Chatillon (hingerichtet)

    frz. Politiker; hochdekorierter Offizier im 1. Weltkrieg, Journalist. Bucard gründete 1933 nach dem Vorbild der italien. Faschisten die rechtextreme Bewegung der Francisten, deren erste Anhänger er feierl. unter dem Arc de Triomphe vereidigte. 1939 erneut Kriegsfreiwilliger, stellte sich Bucard nach der frz. Kapitulation im Juni 40 der Regierung in Vichy zur Verfügung, vertrat allerdings einen wesentl. radikaleren Kurs totaler Kollaboration mit der dt. Besatzungsmacht. Er gehörte zu den Begründern der Freiwilligen-Legion gegen den Bolschewismus (LVF), ließ seine Francisten am Kampf gegen die Résistance und an den Judendeportationen mitwirken und flüchtete Ende 44 nach Süd-Deutschland, von wo aus er noch Sabotageunternehmen gegen die anrückenden Alliierten organisierte. Nach der Gefangennahme wurde er im Februar 46 in Paris zum Tod verurteilt.