Marauder

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Die amerikanischen "Marauder"-Bomber im Einsatz

    mittelschwerer amerikanischer Bomber Martin B-26; Erstflug 25.11.40, Höchstgeschwindigkeit 450 km/h, Bombenlast 2369 kg, bewegliche Abwehrbewaffnung von bis zu 11x12,2-mm- und 2x7,62-mm-MG. Die Marauder war das Schwestermodell der B-25 Mitchell und wurde hauptsächlich bei den zweimotorigen US-Verbänden über Europa eingesetzt. Im März 44 operierten von England und Italien aus 11 Gruppen mit insgesamt 1931 Maschinen. Die Marauder, im Luftwaffenjargon "Halbstarke" genannt, spezialisierten sich auf taktische Präzisionsangriffe gegen Flugplätze, Brücken, Eisenbahnanlagen, Depots und ähnliche Ziele, wobei sie sich als außerordentlich beschussfest erwiesen. Die Verlustquote blieb umgerechnet auf die Einsatzzahl unter 1%, rund 250 Bomber dieses Typs erreichten die Rekordmarke von mehr als 100 Feindeinsätzen. Dabei hatte die Truppenerprobung unter einem Unstern gestanden, weil der windschnittige, aber mit 16 t Startgewicht schwergewichtige Schulterdecker für extrem hohe Landegeschwindigkeiten ausgelegt war, sodass sich die Absturzserien durch unerfahrene Piloten häuften und der Marauder den Ruf des "Witwenmachers" eintrugen. Die Schwierigkeiten konnten schließlich u.a. durch Vergrößerung der Tragflächen behoben werden. Über 100 Marauder blieben nach dem Krieg in der US-Zone in Deutschland und wurden im Winter 45/46 zwecks Verschrottung gesprengt.