Mannerheimlinie

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    nach Mannerheim benannter, 1938/39 angelegter Befestigungsgürtel auf der 125 km breiten Karelischen Landenge zwischen Ladogasee und Finnischem Meerbusen (Ostsee). Die Mannerheimlinie bestand aus 96 Bunkern, betonierten MG-Ständen und Mannschaftsunterständen hinter Minenfeldern und Panzergräben, bezog natürliche Hindernisse wie Sümpfe und Seen in die Verteidigungsstellungen mit ein und war an den Flanken bei Koivisto im Südwesten und bei Taipale im Nordosten durch schwere Küstenbatterien mit 25,4-, 15- und 12-cm-Geschützen gesichert. Im Winter waren jedoch die Seegebiete meist sogar für Panzer übers Eis passierbar und boten Möglichkeiten, die Mannerheimlinie zu umgehen, die ohnehin zu schwach bewaffnet war. Dennoch hielt sie im Winterkrieg 1939/40 lange der Roten Armee stand, die erst im Februar 40 unter erheblichen Verlusten Einbrüche erzielen konnte. Im Russlandfeldzug, in den Finnland Ende Juni 41 eintrat, wurden die Befestigungen vorverlegt, mussten aber 1943 wieder zurückgenommen werden. Im Juni 44 durchbrachen sowjetische Truppen endgültig die Stellungen.