Mandschurei

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    nordöstlicher Teil Chinas zwischen Amur im Norden und Gelbem Meer im Süden, 1931 nach der japanischen Besetzung in das neu geschaffene Kaiserreich Mandschukuo einbezogen. Die Mandschurei blieb bis in die letzten Kriegstage unter Kontrolle der japanischen Kwantung-Armee (Yamada), einer Heeresgruppe von rund 1 Million Mann, die aber von Korea bis zur Mongolei eine mehrere 1000 km lange Grenze bewachen musste und kaum noch über Panzer, Flugzeuge und schwere Waffen verfügte. Nachdem auf der Konferenz von Jalta (Februar 45) der Kriegseintritt der UdSSR gegen Japan drei Monate nach Kriegsende in Europa vereinbart worden war, kündigte Moskau am 5.4.45 den Neutralitätspakt mit Tokio und ließ seit Mai an der Grenze zur Mandschurei die Transbaikal- (Malinowski), die 1. (Merezkow) und die 2. Fernostfront (Purkajew) mit 10 Schützenarmeen und der 6. Gardepanzerarmee, insgesamt 1,5 Millionen Mann, aufmarschieren. Japanische Bitten um Vermittlung eines Waffenstillstands mit den USA wurden von Stalin verschleppt, der um seinen Anteil an der Beute fürchtete. Nach Abwurf der Atombombe auf Hiroshima (6.8.45) erklärte er daher umgehend Japan den Krieg und ließ seine Truppen seit 9.8. aus 3 Richtungen in die Mandschurei, die bis 18.8. völlig besetzt wurde, und Korea einrücken, am 21.8. erfolgte die Kapitulation der Japaner.