Magnitogorsk

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    sowjetische Stadt am Ural, Standort der Uprawlenije 102. Einzelne Lager der Lagergruppe Magnitogorsk wurden bereits 1941/42 mit Frühgefangenen gegründet. Die Bildung der eigentlichen Uprawlenije hing jedoch eng mit dem Zusammenbruch der Heeresgruppe Mitte und der Kesselschlacht in Rumänien zusammen (1944). Die Verhältnisse in Magnitogorsk waren katastrophal. Im Herbst 44 wurden z.B. in ein Teillager ca. 5000 Gefangene eingewiesen, das damit völlig überbelegt war. Die sanitären Zustände waren unbeschreiblich: Es stand nur eine kleine Latrine mit vier Löchern zur Verfügung und zum Waschen gab es nur 15 Waschschüsseln. Die Verpflegung bestand aus Kohlsuppen sowie dem üblichen Brei und war qualitativ und quantitativ unzureichend. Bis Ende Dezember 44 waren ca. 500 Mann verstorben und bis zu 1100 Gefangene arbeitsunfähig. Infolge fehlender Medikamente konnten die Kranken nicht versorgt werden. In der Zeit von 1941 bis 1948 starb der Großteil der Insassen, die genaue Anzahl der Toten ist nicht bekannt. Nach Heimkehrerberichten steht jedoch fest, dass in den etwa 35 bis 40 Lagern des Gebiets Tscheliabinsk/Magnitogorsk etwa 40 000 Gefangene umgekommen sind. Unter den Opfern befanden sich zahlreiche nicht-deutsche Insassen und deutsche Zivilinternierte (verschleppte Personen).