München

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Hauptstadt Bayerns mit 818 000 Einwohnern (1939). Von der nationalsozialistischen Propaganda zur "Hauptstadt der Bewegung" stilisiert u.a. als Ausgangsort der Karriere Hitlers und wegen der dortigen Parteizentrale ("Braunes Haus"), war München alljährlich am 8./9.11. Schauplatz der Feiern zum Gedenken an den Hitlerputsch von 1923. Bei diesem Anlass 1939 unternahm der Schreiner Elser im Bürgerbräukeller ein Attentat auf Hitler, dem dieser knapp entging. Wie alle großen Städte Deutschlands war München während des Krieges mehrfach Ziel alliierter Luftangriffe, die v.a. dem wichtigen Verkehrsknoten (Flughafen u.a.) und den in und um München konzentrierten Industriebetrieben (u.a. Waggon- und Lokomotivbau, Elektro- und optische Industrie) galten, aber auch durch Flächenwürfe die Zivilbevölkerung schwer trafen und unersetzliche Kulturdenkmäler vernichteten. Nach ersten Einflügen im September 42 und im Frühjahr 43 steigerten sich Häufigkeit und Stärke der Angriffe: U.a. warfen am 6./7.9.43 über 350 Maschinen der RAF bei 16 Verlusten 1020 t Bomben auf die Stadt, in ähnlicher Stärke wiederholt am 2./3.10.43. Seit Frühjahr 44 erschienen dann vermehrt US-Bomber von Italien aus zu Tagesangriffen auf süddeutsche Industrieziele. Die schwersten Schäden richteten britische Verbände in der Nacht 7./8.1.45 an, als sie in zwei Wellen mit rund 250 und 450 Maschinen die Innenstadt mit 2175 t Bomben belegten. Insgesamt wurden ca. 82 000 Wohnungen (33%) zerstört. Am 30.4.45 zogen Einheiten der 7. US-Armee (Patch) in München ein.