Ludwig Beck

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutscher Generaloberst

    geboren: 29. Juni 1880 in Biebrich gestorben: 20. Juli 1944 in Berlin


    Eintritt ins Heer 12.3.98, im 1. Weltkrieg Generalstabsoffizier an der West-Front, in der Reichswehr 1.2.31 Generalmajor, in der Wehrmacht 1.10.35 General der Artillerie.

    Beck, der den Aufrüstungsplänen Hitlers zunächst positiv als Wiederherstellung der deutschen Gleichberechtigung gegenüberstand, wurde am 1.10.33 im Reichswehrministerium Chef des Truppenamtes, am 1.7.35 umbenannt in Chef des Generalstabs des Heeres. Als Hitler unmissverständlich zu verstehen gab, dass er die neue Rüstung auch kriegerisch zu nutzen gedenke, versuchte Beck mit Denkschriften über ungenügende Vorbereitung gegenzusteuern. Insbesondere nach der Weisung für den Fall "Grün" zur "Zerschlagung" der Tschechoslowakei vom 30.5.38 mühte er sich um die Sammlung einer militärischen Opposition dagegen. Er fand jedoch insbesondere beim Heeresoberbefehlshaber Brauchitsch keine Resonanz und reichte daher am 18.8. während der sich zuspitzenden Sudetenkrise seinen Rücktritt ein, der ihm am 1.10.38 gewährt wurde. Beck fand keine Verwendung mehr, hielt aber Kontakt zu den militärischen Spitzen und arbeitete gegen die nationalsozialistische Gewaltpolitik. Als Mitglied der so genannten Mittwochsgesellschaft besaß er zudem vorzügliche Verbindungen zu führenden Vertretern aus Wirtschaft, Wissenschaft und Politik, sodass er neben Goerdeler zur herausragenden Figur des bürgerlichen Widerstands und zu einem der aktivsten der Verschwörer des Zwanzigsten Juli 1944 wurde, die ihn als provisorisches Staatsoberhaupt vorgesehen hatten. Als die Nachricht vom Überleben Hitlers eintraf, versuchte sich Beck zu erschießen, verletzte sich jedoch nur und wurde daraufhin von einem Unteroffizier auf Befehl von Generaloberst Fromm erschossen.