Lublin

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    polnische Stadt in Galizien mit 150 000 Einwohnern (1940). Lublin wurde am 17.9.39 während des Polenfeldzugs von deutschen Truppen besetzt und gehörte bis 1944 zum Generalgouvernement. Anfang Juli 44 von der Roten Armee erobert, wurde Lublin am 25.7.44 Sitz des am 21.7. in Cholm mit sowjetischer Hilfe ins Leben gerufenen Polnischen Komitees der Nationalen Befreiung, fortan bekannt als Lubliner Komitee. Es sollte als kommunistisches Gegengewicht gegen die bürgerliche Londoner Exilregierung Stalins Interessen bei der Neuordnung Polens durchsetzen. Beim Warschauer Aufstand (August/Oktober 44) zerbrach wegen der ausbleibenden sowjetischen Hilfe die ohnehin wegen des Massakers von Katyn belastete Beziehung zwischen der polnischen Exilregierung/Heimatarmee und Moskau, das nach der Befreiung Warschaus am 17.1.45 dort das kommunistische Komitee installierte. Zum Schein wurden Verhandlungen mit London geführt, doch änderte das nichts an der Bolschewisierung des Landes. Am 28.6.45 wurde aus dem Komitee von Lublin die erste polnische Nachkriegsregierung gebildet.