London

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    britische Haupt- und Hafenstadt an der Themse mit rund 8,7 Millionen Einwohnern (1940). Als Herz des Empire, Schaltzentrale der Kriegführung und größter Ballungsraum des Landes wurde London Hauptziel aller deutschen Luftoperationen gegen die britischen Inseln; bis 18.4.44 insgesamt 354 Luftangriffe, dann von Juni 44 bis März 45 Beschuss mit V-Waffen. Schon im September 39 bereitete sich London auf den Luftkrieg vor (Auslagerung von Regierungsstellen, Evakuierung von Müttern mit Kleinkindern sowie 650 000 Schülern, Hochlassen von Sperrballons u.a.). Die ersten Bomben fielen jedoch erst am 23.8.40 auf die Innenstadt und lösten eine Vergeltung der RAF gegen Berlin aus, was wiederum zu Hitlers Drohung führte, er werde "London vom Erdboden vertilgen" (4.9.40). Beim folgenden "Blitz" fielen allein im September 40 über 5300 t Sprengbomben und 7429 Brandschüttkästen auf die Themsestadt, wo allnächtlich die Menschen in den U-Bahn-Schächten Schutz suchten. Seit März 41 folgte eine Serie weiterer deutscher Nachtangriffe, deren schwerster am 10./11.5.41 mit 500 Maschinen (711 t Spreng- und 87 000 Brandbomben) 1212 Londoner tötete und 1769 verletzte, 12 000 wurden obdachlos. Insgesamt vernichtete die deutsche Luftoffensive 1940/41 rund 84 000 Gebäude und beschädigte zahllose weitere, darunter Westminster Abbey und das House of Parliament.

    Nach einer Atempause durch den deutschen Angriff im Osten nahm die Luftwaffe die Nachtbombardements Anfang 43 wieder auf und setzte sie im Frühjahr 44 mit dem Unternehmen "Steinbock" fort. Die erste (von 2461) V 1 schlug am 13.6.44 in London ein, der Beschuss mit der Robotbombe zerstörte 25 000 Häuser, tötete 6184 Menschen und verletzte 17 981, obwohl Flak, Jäger und Ballons die meisten der anfliegenden Projektile unschädlich machten. Gegen die Fernraketen V 2 hingegen, die vom 8.9.44 bis 27.3.45 ingesamt 518 Treffer in Großlondon erzielten, gab es keine Abwehrmöglichkeit. Nach britischen Quellen fielen ihnen 2274 Londoner zum Opfer, 6523 wurden verletzt.