Lemberg

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (polnisch Lwów), polnische Stadt in Galizien mit 318 000 Einwohnern. Lemberg wurde im Polenfeldzug am 23.9.39 von der Roten Armee besetzt und nach Beginn des Russlandfeldzugs am 30.6.41 von der deutschen 1. Gebirgsdivision (Lanz) der 17. Armee (v. Stülpnagel) erobert. Die deutschen Truppen fanden hier zahlreiche z.T. grausam misshandelte Opfer des sowjetischen Geheimdiensts vor, zumeist ukrainische Nationalisten, die man der Feindbegünstigung verdächtigt hatte. Hitler duldete daher zunächst die Bildung einer ukrainischen Regierung in Lemberg, ließ deren Führer (u.a. Bandera) jedoch schon wenig später verhaften und Selbstständigkeitsbestrebungen unterdrücken. Während der deutschen Besatzung wurden fast alle Lemberger Juden (rund ein Drittel der Einwohnerschaft) in die Vernichtungslager deportiert. Am 27.7.44 eroberten die sowjetischen Armeen 38 und 60 der 1. Ukrainischen Front (Konjew) Lemberg zurück; Einheiten der polnischen Heimatarmee, die sie dabei unterstützten, wurden anschließend entwaffnet und interniert, die polnische Bevölkerung (1936 über 100 000) wurde später vertrieben.

    Lemberg war in der Folgezeit Standort von 4 Gefangenenarbeitsbataillonen, der Uprawlenije 7275 und des Gefangenenhospitals 1241. 1945-47 starben etwa 5000 Insassen der Lager, nicht gerechnet die Opfer der Arbeitsbataillone.