Laconia-Befehl

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Weisung des Befehlshabers der U-Boote Dönitz vom 17.9.42, die das Bergen von Schiffbrüchigen von versenkten Schiffen untersagte, da es für die U-Boote zu riskant geworden war.

    Anlass und Name des Laconia-Befehls bezogen sich auf die Versenkung des britischen Truppentransporters Laconia nordöstlich von Ascension im Südatlantik am 12.9. durch U 156 (Korvettenkapitän Hartenstein), das sofort nach Vernichtung des Schiffs, das 1800 italienische Kriegsgefangene an Bord hatte, mit den Rettungsarbeiten begann und in offenem Funkspruch um internationale Unterstützung bat. Zwei deutsche und ein italienisches U-Boot kamen am 15. und 16.9. zur Hilfe, französische Schiffe liefen aus westafrikanischen Häfen aus. Auch britische Einheiten kamen heran, erbaten aber US-Luftsicherung. Die amerikanischen Stellen hatten den deutschen Funkspruch nur verstümmelt aufgefangen und gaben daher Feuerbefehl gegen die U-Boote, die bereits zahlreiche Schiffbrüchige aufgenommen oder in Booten im Schlepp hatten. Ein amerikanischer Liberator-Bomber griff trotz der Rotkreuzflagge auf U 156 mehrfach an, sodass Hartenstein die Rettungsarbeiten einstellen musste, auch U 506 mit 142 Geretteten wurde am 17.9. angegriffen, und so konnten insgesamt nur 1083 Überlebende den mittlerweile eingetroffenen französischen Schiffen übergeben werden.

    Der von Dönitz zur Vermeidung ähnlicher Gefahren für seine Boote erlassene Laconia-Befehl wurde im Nürnberger Prozess gegen ihn verwendet, obwohl das Gericht der Anklage nicht folgte, die im Laconia-Befehl eine Anstiftung zu "vorsätzlicher" Tötung von Schiffbrüchigen sah.