Kommando 99

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Tarnbezeichnung für die Exekutionseinheit des KZ Buchenwald für die nach den Einsatzbefehlen 8 und 9 des Chefs der Sicherheitspolizei und des SD in den Stalags des Reichsgebiets ausgesonderten politisch unerwünschten sowjetischen Gefangenen. Nach Eintreffen dieser Rotarmisten im KZ wurde das Kommando 99 über Lautsprecher aufgefordert, sich zur Exekutionsstätte zu begeben ("99" war die Telefonnummer des ehemaligen Pferdestalls, der als "Genickschussanlage" umgebaut worden war). Die Opfer wurden einzeln in einen Raum geführt, der als Ärztezimmer hergerichtet war, und an eine Meßlatte gestellt. Aus einem kleinen abgedunkelten Raum hinter der Latte schoß ein SS-Mann dem Gefangenen ins Genick, während Lautsprechermusik im "Wartezimmer" das Schussgeräusch übertönte. Zwei Häftlinge zogen den Toten in eine benachbarte Leichenkammer, die Spuren der Tötung wurden durch Abspritzen mit Wasser beseitigt. Im KZ Buchenwald wurden mindestens 7000 sowjetische Gefangene auf diese Weise umgebracht. Solche Tötungen von Russen kamen in fast allen Konzentrationslagern vor, wobei auch Gas, tödliche Injektionen u.a. Methoden eingesetzt wurden. Die meisten Opfer gab es in Sachsenhausen, wo rund 18 000 russische Gefangene ermordet wurden.