Kolumbien

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Republik im nordwestlichen Südamerika mit 1,1 Millionen km² und 9 Millionen Einwohnern (1939), Hauptstadt Bogotá. Politisch geprägt war Kolumbien in den 1930er Jahren durch den Gegensatz zwischen Konservativen und Liberalen, beide beherrscht von reichen Pflanzerfamilien. Im Zuge der Weltwirtschaftskrise war 1934 der Liberale Alfonso López Präsident geworden, der eine allmählich Modernisierung des Landes einleitete, das noch weitgehend agrarisch strukturiert war. 1939 von Eliecer Gaitán, Repräsentant des linken Flügels der Liberalen, abgelöst, übernahm López 1942 erneut die Regierung und setzte seinen Kurs der Anlehnung an die USA fort, für die Kolumbien als einziges südamerikanisches Land mit Zugang zu Pazifik wie Atlantik strategisch hohen Wert hatte. Auf Druck Washingtons, Hauptabnehmer kolumbianischer Waren, v.a. Kautschuk und Kaffee, kam es im April 41 auch zur Beilegung der Grenzstreitigkeiten mit Venezuela. Nach Kriegseintritt der USA (7.12.41) brach Bogotá die diplomatischen Beziehungen zu den Achsenmächten ab und erklärte nach Versenkung einiger kolumbianischer Frachter am 29.11.43 als zweites südamerikanisches Land nach Brasilien Deutschland und Japan den Krieg, der v.a. durch den Handel mit den USA (bis 1947 verfünffacht) einen wirtschaftlichen Aufschwung brachte. Die 1942 entdeckten Eisen- und Kohlevorkommen konnten so zum Aufbau einer leistungsfähigen Hüttenindustrie genutzt werden. Nach Kriegsende brachen die sozialen Spannungen wieder auf und führten nach der Ermordung von Gaitán 1948 zu einer langen Periode bürgerkriegsähnlicher Unruhen.