Katyn

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    sowjetisches Dorf 20 km westlich Smolensk.

    Exhumierung vermisster polnischer Offiziere aus einem der Massengräber bei Katyn
    Experten des Internationalen Roten Kreuzes inspizieren die Mordopfer von Katyn.

    Bei Katyn entdeckten im Frühjahr 43 deutsche Soldaten Massengräber polnischer Offiziere, eine Kommission des IKRK identifizierte von 4363 exhumierten Leichen 2730 als polnische Soldaten, die 1939 in sowjetische Gefangenschaft geraten und durch Genickschuss getötet worden waren. Damit war das Schicksal eines Teils der 10 000 vermissten polnischen Offiziere geklärt, nach deren Verbleib die polnische Exilregierung in London bis dahin vergeblich geforscht hatte.

    Das sowjetische Kriegsverbrechen von Katyn führte zum Bruch zwischen der UdSSR und der polnischen Exilregierung, obwohl die Westmächte die sowjetische Lesart von der deutschen Täterschaft aus Sorge um die Kriegskoalition teilten. Im Nürnberger Prozess erwies sich diese Version als unhaltbar, sodass der Anklagepunkt Katyn abgesetzt wurde, zumal die Gefahr bestand, dass die - später auch bewiesene - sowjetische Schuld ans Tageslicht hätte kommen können.