Kanaldurchbruch

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Kanaldurchbruch. Glückliche Gesichter bei den Männern der "Scharnhorst" beim Einlaufen in Willhelmshafen
    Kanaldurchbruch. Minenräum-Flottille auf dem Weg zum Einsatz

    (Unternehmen "Cerberus"), erfolgreiche Rückführung der deutschen Schlachtschiffe Scharnhorst und Gneisenau sowie des Schweren Kreuzers Prinz Eugen von Brest durch den Ärmelkanal in die Heimat am 11./12.2.42 unter Führung des Befehlshabers der Schlachtschiffe, Vizeadmiral Ciliax.

    Der Kanaldurchbruch wurde erforderlich, weil die Großkampfschiffe ständig von der RAF angegriffen und außerdem in der Nordsee und im Nordmeer zur Bekämpfung von Geleitzügen und für Abwehraufgaben gebraucht wurden. Dennoch ging die Seekriegsleitung nur zögernd auf einen entsprechenden Befehl Hitlers ein, weil man die britische Luftüberlegenheit im Operationsgebiet fürchtete und zudem wegen der Minengefahr und aus Gründen der Marschgeschwindigkeit nicht direkt unter der Küste fahren konnte. Erst als Anfang Februar 42 auf allen 3 Einheiten volle Gefechtsbereitschaft hergestellt und das Übungsschießen mit allen Waffen zur Zufriedenheit abgeschlossen war, entschloss man sich zum Auslaufen am 11.2. um 21.45 Uhr in die sorgfältig durch Minensuch- und Räumboote abgesuchten Gewässer.

    Die britische Aufklärung hatte seit langem mit einer derartigen Operation gerechnet, konnte zunächst aber erfolgreich getäuscht werden. So wurde der von 6 Zerstörern, 14 Torpedobooten und zahlreichen kleineren Schiffen sowie 176 Maschinen der Luftflotte 3 gesicherte Verband erst sehr spät vor Le Touquet erfasst und angegriffen. Vergeblich blieben jedoch sowohl die Attacken zur See mit Zerstörern und Schnellbooten als auch massive Luftangriffe. Die Briten verloren 17 Jäger, 15 Bomber, 6 Torpedobomber und 3 Zerstörer. Scharnhorst konnte nach zwei Minentreffern ebenso wie die einmal getroffene Gneisenau und der unbeschädigte Kreuzer ohne Probleme Wilhelmshaven und die Elbe erreichen. Obwohl der Kanaldurchbruch somit eine empfindliche Niederlage für die britische Abwehr war, bedeutete er andererseits aber auch die Aufgabe des Einsatzes schwerer Einheiten im überseeischen Zufuhrkrieg.