Kalavrita

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    griechische Ortschaft in den Bergen des nördlichen Peloponnes mit rund 1400 Einwohnern (1940).

    Gegen die aus dem Raum Kalavrita operierenden Partisanen, die seit Mitte Oktober 43 eine deutsche Aufklärungseinheit (78 Mann) in Kalavrita gefangen hielten, wurde die deutsche 117. Jägerdivisionen in Marsch gesetzt. Bei ihrem Herankommen erschossen die Partisanen ihre Geiseln; die deutschen Truppen brannten am 13.12.43 zur Vergeltung Kalavrita nieder und erschossen die männlichen Einwohner (von 13 Jahren an). 511 Opfer wurden gezählt, Kälte und Hunger sowie anschließende "Sühnemaßnahmen" in den umliegenden Ortschaften forderten in der Folgezeit weitere Menschenleben, sodass sich die Zahl der Toten auf insgesamt 696 erhöhte (griechische Angaben: über 1200). Materielle Wiedergutmachung blieb nach dem Krieg ebenso aus wie eine Bestrafung der überlebenden Täter, da die Staatsanwaltschaft Bochum 1974 die Ermittlungen einstellte und die Morde von Kalavrita nach völkerrechtlichen Kriterien für angemessen einstufte (Aktenzeichen 33 Js 55/72).