Juho Kusti Paasikivi

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    finnischer Politiker

    geboren: 27. November 1870 in Tampere gestorben: 14. Dezember 1956 in Helsinki


    Jurist, Mai bis November 18 erster Ministerpräsident des unabhängigen Finnland, 1920 Delegationsleiter bei den Friedensverhandlungen mit der UdSSR, 1936-39 Botschafter in Stockholm. Paasikivi bemühte sich im Herbst 39, den durch sowjetische Forderungen entstandenen Konflikt mit Moskau auf diplomatischem Wege beizulegen, scheiterte aber an der Unnachgiebigkeit auch seiner Regierung, in die er nach Ausbruch des Winterkriegs als Minister ohne Geschäftsbereich eintrat. Im März 40 handelte er den Moskauer Frieden aus, wurde anschließend Botschafter in der Sowjetunion und zog sich 1941 bei Beginn des "Fortsetzungskrieges" an deutscher Seite aus dem politischen Leben zurück. Damit empfahl er sich bei den Sowjets als Gesprächspartner über einen Waffenstillstand im September 44, wurde im November 44 Ministerpräsident und löste im März 46 Mannerheim als Staatspräsident ab; 1950 auf 6 Jahre wiedergewählt.