Jugoslawien

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Königreich in Südosteuropa mit 250 000 km² und 15,7 Millionen Einwohnern (1940), Hauptstadt Belgrad. 1918 gebildet aus Serbien, Montenegro und Teilen Österreich-Ungarns. Jugoslawien stand seit Mussolinis Machtübernahme im Schatten der italienischen Expansionspolitik ("mare nostro") und in wirtschaftlicher Abhängigkeit vom Deutschen Reich, an das es sich zunehmend anlehnte, was am 25.3.41 im Beitritt zum Dreimächtepakt gipfelte. Dagegen kam es zwei Tage später zu einem antideutschen Militärputsch, der den Balkanfeldzug auslöste und zum Untergang des Staates Jugoslawien führte: 10.4.41 Proklamation des "Unabhängigen Staates Kroatien", Bildung eines selbständigen Montenegro, Aufteilung des Rests zwischen Deutschland, Italien, Ungarn und Bulgarien. Völkerrechtlich existierte Jugoslawien in der Londoner Exilregierung unter König Peter II. weiter, die aber zugunsten Titos und seiner Partisanenbewegung von den Alliierten auf der Konferenz von Teheran fallengelassen wurde. Zwar wurden Vertreter der bürgerlichen Parteien am 8.3.45 in die Koalitionsregierung des neuen Jugoslawien unter Tito aufgenommen, doch vermochten sie die Vollendung der kommunistischen "Föderativen Volksrepublik Jugoslawien" (29.11.45) nicht abzuwenden. Jugoslawien, das unter der deutschen Fremdherrschaft gelitten hatte wie kaum ein anderes Land, trug lange schwer an den Folgen des blutigen Bürgerkriegs zwischen kommunistischen und nichtkommunistischen Partisanen, die zu Zehntausenden Opfer einer wahllosen Abrechnung mit wirklichen und vermeintlichen Kollaborateuren wurden, wobei ethnische Konflikte verschärfend hinzukamen (v.a. Gegensatz Serben - Kroaten).