Ju 188

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    zweimotoriges Kampfflugzeug der Firma Junkers. Die Ju 188 war eine Weiterentwicklung der Ju 88-Reihe mit umkonstruierter Zelle und neuer Typennummer. Die auffälligste Veränderung zeigte sich in Form einer strömungsgünstigen, nach vorn gezogenen Glashauskanzel mit bedeutend mehr Raum und hervorragenden Sichtverhältnissen für die 4-köpfige Besatzung; aus dem Kabinendach ragte ein Drehturm mit 13-mm-MG 131, die Tragflächen waren mit Spitzenflügelenden um 2 auf 22 m verlängert, das Seitenleitwerk war zur Verbesserung der Längsstabilität größer und eckiger ausgeführt. Der erste Versuchstyp flog im Dezember 41, die erste Bomberreihe Ju 188 E mit 2x1700-PS-Doppelsternmotoren BMW 801 G kam im Mal 43 zur Truppenerprobung; maximal 494 km/h in 6000 m Höhe, 20-mm-Kanone und 3x13-mm-MG als Abwehrbewaffnung, 3000 kg Bombenlast, Abfluggewicht 15 t. Als zweite Bomberserie kam Mitte 43 die 30 km/h schnellere Ju 188 A mit 2x1775 PS-Reihentriebwerken Jumo 213 A dazu. Beide Bomber beteiligten sich Anfang 44 bei einigen Kampfgruppen im Westen an der letzten Nachtoffensive ("Steinbock") gegen England, die Untervarianten A-3 bzw. E-2 dienten als Torpedobomber. V.a. zum Einsatz über See waren die Fernaufklärer der Serien D und F bestimmt, die bis Kriegsende bei einigen Staffeln in Norwegen flogen. Flugleistungen und Kampfkraft der Ju 188 wurden bei der Truppe einhellig gelobt, doch wurde der Typ im Frühsommer 44 aus dem Beschaffungsprogramm gestrichen; bis dahin waren 446 Bomber und 570 Fernaufklärer abgeliefert worden. Der unbewaffnete Schnellbomber Ju 188 S mit Druckkabine und maximal 685 km/h in 11 500 m Höhe diente als Ausgangsmuster für das fortgeschrittene Höhenflugzeug Ju 388, von dem bis Anfang 45 noch 99 Serienmuster als Fernaufklärer Ju 188 L abgeliefert wurden. Die beim so genannten Hubertus-Programm geplanten Varianten als Nachtjäger ("Störtebeker") und Höhenbomber kamen wie die Fernbomberversion Ju 488 über Versuchsmuster nicht hinaus.