Joseph Goebbels

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutscher nationalsozialistischer Politiker

    geboren: 29. Oktober 1897 in Rheydt gestorben: 1. Mai 1945 in Berlin

    Joseph Goebbels gehörte zum engsten Führungskreis um Hitler.

    körperbehindert (Krüppelfuß), Studium der Philosophie und Literaturgeschichte, 1921 Promotion, Redakteur, 1924 zur NSDAP, 1926 Gauleiter von Berlin, 1928 Mitglied des Reichstags, 13.3.33 Minister für Volksaufklärung und Propaganda, Präsident der Reichskulturkammer. Goebbels gehörte zum engsten Führungskreis um Hitler, dem er sklavisch ergeben war und dessen Ideologie und Politik er mit den von ihm gleichgeschalteten und gelenkten Medien virtuos "verkaufte". Der außergewöhnlich talentierte Redner entwickelte einen fast religiösen Führerkult, trieb fanatisch die Judenverfolgung voran und bereitete die außenpolitischen Aktionen Hitlers in Presse und Rundfunk vor. So schürte er seit Frühjahr 39 antipolnische Ressentiments durch Meldungen über erfundene oder aufgebauschte polnische Ausschreitungen gegen "Volksdeutsche" und stellte die deutsche Aggression als einen Akt der Selbstverteidigung nach angeblicher Ausschöpfung aller diplomatischer Verständigungsmöglichkeiten dar. In der ersten Kriegsphase sorgte Goebbels Propagandamaschine für Jubel und "Sondermeldungen" im Rundfunk, deren musikalische Einleitung der Minister selbst auswählte (z.B. Liszts "Les Préludes"). Zunehmend verlagerte sich die Aufgabe jedoch auf Bemühungen zur Hebung der Kampfmoral und Pflege von Feindbildern. Den Gipfel erreichte Goebbels dabei in seiner Ausschlachtung der Katastrophe von Stalingrad in der Sportpalastrede vom 18.2.43 und seinem Aufruf zum totalen Krieg. Mit Hetze und einer ausgeklügelten Strategie der (Ver-)Tröstungen auf Wunderwaffen und neue geniale Schachzüge des "Führers" hielt er die Hoffnungen auf den "Endsieg" wach und sorgte andererseits, v.a. mit Hilfe des Films, für Ablenkung von Not und Elend des Alltags im Krieg. Zwei Tage nach dem Attentat auf Hitler wurde Goebbels am 22.7.44 Generalbevollmächtigter für den totalen Kriegseinsatz. Als Hitler sich längst aus der Öffentlichkeit zurückgezogen hatte, besuchte Goebbels die zerbombten Städte und die bröckelnden Fronten (u.a. 11.3.45 bei Küstrin) und prophezeite beim Tod Roosevelts (12.4.45) die Kriegswende. Hitler ernannte ihn im Testament am 29.4.45 zum Reichskanzler. Goebbels aber wählte nach Vergiftung seiner sechs Kinder mit seiner Frau einen Tag nach seinem Herrn den Freitod.