Josef Kammhuber

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    deutscher General der Flieger (1.1.43)

    geboren: 19. August 1896 Burgkirchen (Oberbayern) gestorben: 24. Januar 1986 München


    im 1. Weltkrieg Infanterieoffizier, in der neuen Luftwaffe 1936 Kommandeur einer Jagdgruppe, 1937 Chef des Organisationsstabs, 1.1.39 Oberst und Chef des Stabs der Luftflotte 2.

    Kammhuber wurde am 11.1.40 wegen des Mecheln-Zwischenfalls seines Postens enthoben und zum Chef des Stabes des V. Fliegerkorps ernannt. Seit 20.3.40 Kommodore des KG 51, wurde er am 3.6.40 bei einem Angriff auf Paris abgeschossen und geriet in französische Gefangenschaft. Nach der Befreiung erhielt Kammhuber, inzwischen Generalmajor, am 19.7.40 den Auftrag, die Nachtjagd zu organisieren, war Kommandeur ihrer 1. Division und seit 1.8.41 Kommandierender General des XII. Fliegerkorps (Nachtjagd); 1.11.41 Generalleutnant.

    Wegen seiner Forderungen nach systematischen Nachtbombardements gegen die Flugplätze der RAF kam es zu Differenzen mit der Luftwaffenführung, die mehr auf propagandistische Wirkungen bedacht war. Auch der Ausbau der nach Kammhuber benannten Linie für die Reichsverteidigung durch Nachtjäger stockte. Kammhubers hartnäckige Mahnungen führten schließlich am 1.9.43 zu seiner Ablösung und zur Abschiebung auf den Posten des Oberbefehlshabers der Luftflotte 5 in Norwegen, von dem er am 10.10.44 ebenfalls abberufen wurde. Nach dem Krieg erster Inspekteur der Bundesluftwaffe und Vier-Sterne-General; 30.9.62 Ruhestand.

    Ritterkreuz (9.7.41).