Jean de Laborde

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    im 1. Weltkrieg Marinepilot, später u.a. Kommandant des ersten französischen Trägers. Als Marinebefehlshaber in Westfrankreich erteilte Laborde bei sich abzeichnender Niederlage seinen Einheiten im Juni 40 den Befehl, sich der Royal Navy zur Verfügung zu stellen, widerrief dann aber auf Anordnung Pétains, der auf Erfüllung der Waffenstillstandsbedingungen bestand, in denen strikte Neutralität der französischen Kriegsmarine vereinbart worden war. Nach dem britischen Flottenüberfall auf Mers el-Kebir (Juli 40) übernahm Laborde das Kommando der neuen französischen Hochseeflotte, deren Aufbau Hitler zum Schutz der Überseebesitzungen Vichy-Frankreichs genehmigt hatte. Im November 42, nach der alliierten Landung "Torch", widersetzte sich Laborde dem Befehl Darlans, mit der Kriegsflotte von Toulon nach Nordafrika auszulaufen, und verpflichtete sich ehrenwörtlich bei den deutschen Besatzungsbehörden, den französischen Kriegshafen gegen jeden Zugriffsversuch der Alliierten zu verteidigen. Dennoch besetzte die Wehrmacht am 27.11.42 im Rahmen des Unternehmens "Lila" Toulon, woraufhin Laborde der Flotte die Selbstversenkung befahl. Dafür wurde er am 28.3.47 vom Obersten Staatsgerichtshof zum Tod verurteilt, da er Frankreich durch seinen blinden Gehorsam um seine stärkste Waffe gebracht habe; später Begnadigung.