Jean Decoux

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    1914-16 U-Boot-, 1918 Zerstörerkommandant, danach im Admiralstab, 1923 Fregattenkapitän, 1929 Kapitän zur See und Kreuzerkommandant, seit 1931 im Marinewaffenamt. Bei Kriegsbeginn als Vizeadmiral (11.4.39) Oberbefehlshaber der französischen Seestreitkräfte in Fernost, wurde Decoux nach dem Zusammenbruch Frankreichs am 25.6.40 von der Regierung Pétain zum Generalgouverneur von Indochina ernannt. Trotz seiner Bemühungen, die französische Souveränität gegen die japanischen Ansprüche zu betonen, konnte er nicht die Besetzung verhindern; immerhin blieb die französische Verwaltung zunächst unangetastet. Decoux geriet allerdings zunehmend in die Zange der vietnamesischen Unabhängigkeitsbewegung und der japanischen Okkupation. Im November 44, nach der Befreiung Frankreichs, ausdrücklich von de Gaulle in seinem Amt bestätigt, wurde Decoux am 9.3.45 von den Japanern verhaftet und bis zur Kapitulation gefangen gehalten. Bei der Rückkehr nach Frankreich nahm ihn auch die französische Regierung in Haft und machte ihm den Prozess wegen Kollaboration, der mit der unehrenhaften Entlassung ohne Pension endete. 1949 rehabilitiert.