Jean Bichelonne

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Eigentlich eher wissenschaftlich interessiert, "verirrte sich" Bichelonne - so ein Biograph - in die Politik und wurde 1939 Kabinettschef im Rüstungsministerium. Nach der französischen Niederlage sah er nach kurzem Widerstreben in der Kollaboration den einzigen Weg zur Rettung Frankreichs, da er den deutschen Sieg für unausweichlich hielt. 1942 wurde er Staatssekretär und wenig später Minister für Arbeit und Industrieproduktion in der Vichy-Regierung Als solcher zeichnete er für die Rekrutierung französischer Arbeiter nach Deutschland und für die Integration der französischen Industrie in die deutsche Rüstungswirtschaft verantwortlich. Vor den anrückenden Alliierten floh er im September 44 nach Sigmaringen. Er starb nach einer Operation in einer SS-Klinik.