Józef Beck

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    polnischer Politiker

    geboren: 4. Oktober 1894 in Warschau gestorben: 5. Juni 1944 in Stânesti, Rumänien


    im 1. Weltkrieg Angehöriger der Polnischen Legion des späteren Diktators Pilsudski. Dem Marschall verdankte Beck nach dem Krieg auch den raschen politischen Aufstieg, der ihn 1932 ins Außenamt führte. Nach Pilsudskis Tod 1935 war Beck der eigentliche starke Mann Polens, das er durch Anlehnung an Paris und London gegen die trotz des deutsch-polnischen Nichtangriffsvertrags von 1934 zunehmend aggressive Politik Hitlers zu sichern suchte. Zwar kam es wegen der polnischen Annexion des tschechischen Gebiets Teschen im Gefolge des Münchener Abkommens 1938 zu einer Verstimmung im Verhältnis zu den Westmächten, doch erhielt Beck nach dem deutschen Überfall auf die "Resttschechei" (15.3.39) eine britische Garantieerklärung, die am Vorabend des deutschen Angriffs in eine förmliche Allianz (25.8.39) umgewandelt wurde. Dennoch blieb der alliierte Angriff im Westen aus, als die Wehrmacht in Polen einfiel. Als sich der deutsche Sieg abzeichnete und am 17.9.39 im Osten auch die Rote Armee gemäß Vereinbarung im Deutsch-Sowjetischen Nichtangriffsvertrag einrückte, setzte sich Beck mit der Regierung nach Rumänien ab, wo er entgegen vorherigen Versprechungen interniert wurde und kurz vor der Befreiung einem Tuberkuloseleiden erlag.