Iwo Jima

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    eine der Vulkaninseln im Zentralpazifik, zum japanischen Mutterland gerechnet, 20 km². Im Frühjahr 45 sollte das amerikanische Inselspringen abgeschlossen und mit den Inseln Iwo Jima und Okinawa Absprungplätze für Luftangriffe auf die japanischen Städte gewonnen werden. Im Rahmen des Unternehmens "Detachment" landete die US-Navy vom 19.2. an das V. Amphibische Korps (Smith) mit 3 Marineinfanteriedivisionen im Südwesten von Iwo Jima, das zuvor 72 Tage lang bombardiert worden war. Nach weiteren Feuerschlägen durch Schiffsartillerie und Trägerflugzeuge der Landungsflotte kamen die ersten der 30 000 US-Marines zunächst ohne Probleme auf den Strand. Erst nach 20 Minuten eröffneten die Japaner, 22 000 Mann unter Generalleutnant Kuribayashi, das Feuer aus gut gesicherten Geschützständen und MG-Nestern. Zwar konnte sich der Landekopf halten, doch dauerte es bis zum 23.2., ehe mit dem Suribachimassiv an der Südspitze der Insel die größte Gefahr im Rücken der Amerikaner ausgeschaltet war; das - nachgestellte - Foto von der Hissung des Sternenbanners auf dem Gipfel ging durch die Weltpresse. In den Kampf hatten am 22.2. auch Kamikaze-Flieger eingegriffen und mehrere amerikanische Schiffe versenkt oder beschädigt.

    In systematischer Durchkämmung unter massiver Luftdeckung schoben sich die GIs nach Norden vor, eroberten die beiden Flugplätze, kamen aber nur meterweise gegen die ortskundigen Verteidiger in den verzweigten Bunkerstellungen voran. Am 9.3. waren die überlebenden Japaner im nordwestlichen Gebirge auf engstem Raum zusammengedrängt, ihre dortigen feuerspeienden Befestigungen wurden von den Marines "Fleischwolf" getauft. Es kam zu selbstmörderischen Banzai-Angriffen der Eingeschlossenen, vielfach wurden unterirdische Kampfstände mit Bergepanzern und Bulldozern zusammengewalzt und ihre Besatzungen unter den Trümmern begraben. Am 16.3. endete der organisierte Widerstand, am 26.3. waren auch die letzten Bastionen in amerikanischer Hand. Nur 216 Japaner gingen in Gefangenschaft, alle anderen waren gefallen; amerikanische Verluste: 5931 Marines und 890 Matrosen gefallen, 17 272 verwundet. Das war der Preis für die Gewinnung der ersten Luftbasis, von der aus Tokio und die japanischen Industriezentren von den schweren US-Bombern mit Jagdschutz angegriffen werden konnten.