Iwan Stepanowitsch Konjew

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Kriegsfreiwilliger 1916, im Bürgerkrieg bei der Roten Armee, 1918 Mitglied der KPdSU, 1932 bis 34 Militärakademie Frunse, 1937 bis 39 in Fernost.

    Bei Kriegsbeginn Generalleutnant, befehligte Konjew die 19. Armee, wurde am 11.9.41 zum Armeegeneral befördert und erhielt den Oberbefehl über die Westfront, im Oktober 41 bei der Schlacht um Moskau über die Kalinin-Front. Von August 42 bis Februar 43 erneut Oberbefehlshaber der Westfront, seit März 43 der Nordwestfront, befehligte Konjew in der Schlacht am Kursker Bogen im Juli 43 die Steppenfront, die den südlichen deutschen Panzerkeil bei Prochorowka zurückschlug. Seine Front wurde im Oktober 43 in 2. Ukrainische Front umbenannt und Richtung Kirowograd eingesetzt, das Konjew am 8.1.44 nehmen konnte. Er wechselte im Mai 44 zur 1. Ukrainischen Front, eroberte am 27.7.44 Lemberg und erreichte am 29.7. die Weichsel. Aus dem dort gewonnenen Brückenkopf bei Baranow traten seine Truppen am 12.1.45 zur Großoffensive an, nahmen schon eine Woche später Krakau und kontrollierten Ende Februar 45 ganz Schlesien. Am 16.4.45 eröffnete Konjew im Süden der Front die Schlacht um Berlin, stieß bis Torgau an der Elbe vor, wo am 25.4. die erste Berührung mit den US-Truppen gelang, und griff die deutsche Heeresgruppe Mitte in Böhmen an. Am 9.5.45 zogen Einheiten seiner Front in Prag ein.

    Nach dem Krieg erhielt Konjew hohe Kommandoposten: 1946 Oberbefehlshaber der sowjetischen Landstreitkräfte, 1955 bis 60 Oberbefehlshaber aller Warschauer-Pakt-Streitkräfte, 1960 bis 62 nach Konflikt mit Chruschtschow nur noch Oberbefehlshaber der Heeresgruppe Deutschland.