Island

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Insel und Königreich im nördlichen Atlantik mit 102 800 km² und 122 000 Einwohnern (1940), Hauptstadt Reykjavik. Island war 1918 von Dänemark die Autonomie gewährt worden, blieb aber in Personalunion mit dem dänischen Königreich verbunden, das weiterhin Außenpolitik und Verteidigung wahrnahm. Als Dänemark am 9.4.40 von deutschen Truppen besetzt wurde, erklärte das isländische Parlament am nächsten Tag die vorläufige Unabhängigkeit. Deutsche Pläne, nun auch Island zu besetzen (Unternehmen "Ikarus"), erwiesen sich als illusorisch. Statt dessen stationierten die Briten am 10.5.40 Truppen im Westen der Insel, die noch vor Kriegseintritt der USA am 7.7.41 von der 1. Brigade der US-Marineinfanterie abgelöst wurden. Roosevelt weitete damit die amerikanische Sicherheitszone erheblich aus und bereitete sich auf den Konflikt mit den Achsenmächten vor. Die Alliierten beherrschten damit die für die späteren Nordmeergeleite und die Atlantikschlacht seestrategisch wichtige Dänemarkstraße und beeinflussten maßgeblich die isländische Innenpolitik. Der 1943 zur Erneuerung anstehende Unionsvertrag mit Dänemark wurde nicht fortgeschrieben, die Personalunion gekündigt und nach Wahl eines eigenen Staatsoberhaupts (S. Björnsson) am 17.6.44 die unabhängige Republik Island verkündet. Nach Kriegsende verließen die alliierten Truppen das Land, nur einige Stützpunkte blieben aufgrund von Bündnisvereinbarungen in amerikanischer Hand.