Irland

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (Eire), Republik in Nordwesteuropa mit 70 300 km² und 2,9 Millionen Einwohnern (1939) auf der gleichnamigen Insel, deren Nordostspitze (Nordirland/Ulster) zu Großbritannien gehört. Seit 1921 selbständig, aber weiterhin Mitglied des Britischen Commonwealth, löste Irland mit Verfassung von 1937 die Bindungen zu London weiter, das die Wiedervereinigung der Inselteile verweigerte; 1938 verzichtete Großbritannien auch auf die letzten 3 Flottenstützpunkte in Irland, eine vertrauensbildende Maßnahme, die Feindseligkeiten wie im 1. Weltkrieg vermeiden helfen sollte. Irland erklärte bei Kriegsbeginn seine Neutralität, von der es auch durch massiven Druck aus London und später Washington nicht abzubringen war. Dennoch profitierten die Alliierten mehr von dieser irischen Haltung als das Deutsche Reich: Etwa 50 000 Freiwillige strömten aus Irland in die britische Armee, fast ebenso viele Iren arbeiteten wegen der Not daheim in Großbritannien. Wirtschaftlich litt das Land erheblich unter dem Krieg, der es von den meisten Handelsverbindungen abschnitt, Streiks und Auswanderung nahmen zu. Die britische Seeblockade brachte den Import fast gänzlich zum Erliegen, sodass immer mehr Güter von Rationierungsmaßnahmen betroffen waren, Kohle durch Torf ersetzt werden musste. Nur die Landwirtschaft erlebte durch den hohen britischen Bedarf einen Aufschwung, sodass die Anbaufläche sich auf 1 Million Hektar fast verdoppelte. Die strikte Neutralität isolierte Irland über das Kriegsende hinaus, da es u.a. zunächst nicht Mitglied der Vereinten Nationen werden konnte.