Ion Antonescu

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    rumänischer General und Politiker

    geboren: 2. Juni 1882 in Pitesti gestorben: 1. Juni 1946 bei Bukarest

    Der rumänische Marschall Ion Antonescu (rechts) mit dem rumänischen König Michael

    hatte in den 30er Jahren als extremer Nationalist eine steile Karriere (1933 Generalstabschef, 1937/38 Kriegsminister). Der populäre Antonescu geriet wegen Unterstützung der rechtsextremen Eisernen Garde wiederholt in Konflikt mit König Carol II., der ihn zweimal arretieren ließ, aber schließlich am 4.9.1940 als Regierungschef akzeptieren musste. Antonescu zwang nun seinerseits den König zur Abdankung zugunsten seines Sohnes Michael und baute als Conducator (Führer) eine persönliche Diktatur faschistischen Zuschnitts auf.

    Unter dem Druck Berlins führte er Rumänien an die Seite der Achsenmächte und akzeptierte die Besetzung kriegswichtiger Gebiete, v.a. der Erdölregion bei Ploesti, und Anlagen durch Einheiten der deutschen 16. Panzerdivision im Oktober 40. Am 23.11.1940 unterzeichnete Antonescu den Dreimächtepakt und schloss sich nach einem Gespräch mit Hitler (12.6.1941) dem deutschen Angriff auf die Sowjetunion an (22.6.1941) in der Hoffnung, nach dem erwarteten deutschen Sieg die im 2. Wiener Schiedsspruch verlorenen rumänischen Gebiete und die an die UdSSR abgetretene Nordbukowina wiedergewinnen zu können. Der Einsatz der rumänischen Truppen war jedoch wenig erfolgreich, 2/3 der eingesetzten Kräfte (27 Divisionen und Brigaden) gingen bis und v.a. bei Stalingrad unter.

    Antonescus Ansehen schwand, vergeblich bemühte er sich bei anrückender Roter Armee um westliche Vermittlung und wurde am 23.8.1944 auf Befehl des Königs verhaftet. Zunächst Gefangener der Sowjets, wurde Antonescu den rumänischen Behörden ausgeliefert, vor ein Volkstribunal gestellt und zum Tod verurteilt.