Internationales Komitee vom Roten Kreuz

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    (IKRK), geistiger und praktischer Führer der Rot-Kreuz-Bewegung, entstanden 1863 durch Zusammenschluss von 5 Schweizer Bürgern, die auf internationaler Grundlage Gesellschaften zum Schutz von Verwundeten errichten wollten, Sitz: Genf. Im 2. Weltkrieg handelte das Internationale Rote Kreuz gemäß Bestimmungen des Genfer Abkommens vom 27.7.29, war allerdings dadurch gehandikapt, dass z.B. die UdSSR und Japan die Vereinbarungen über die Behandlung der Kriegsgefangenen nicht unterzeichnet hatten. Dennoch bemühte sich das Internationale Rote Kreuz, das Los der Gefangenen in aller Welt zu erleichtern. Es schuf Möglichkeiten der brieflichen Kontaktaufnahme mit den Angehörigen, Delegationen besuchten 8000 Gefangenenlager und regelten den Austausch von Verwundeten und Gefangenen, 1400 Besuche in 50 Ländern galten Zivilinternierten. Es gelang aber nicht, die deutschen Konzentrationslager in das Programm einzubeziehen, lediglich Theresienstadt wurde dem Internationalen Roten Kreuz als "Mustergetto" vorgeführt.

    Eine der erfolgreichsten Aktionen des Internationalen Roten Kreuzes wurde die Hungerhilfe für Griechenland seit Winter 41/42; täglich wurden im ganzen Land 800 000 Portionen Essen verteilt. Diese und viele andere humanitäre Unternehmungen ließen die ansonsten kleine Genfer Organisation personell und finanziell anschwellen. Sie vergrößerte sich von 360 Mitarbeitern im Dezember 33 auf 3373 im Dezember 44, die Zahl der ständigen Delegationen wuchs von 3 auf 145, wozu noch 156 Sonderkommissionen kamen, das Budget weitete sich von 130 000 Franken (1939) auf 43 Millionen (Ende 45), zur Verfügung gestellt von den Regierungen und nationalen Rot-Kreuz-Gesellschaften der Krieg führenden und neutralen Staaten.