Inselspringen

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    amerikanische Strategie im Pazifikkrieg. Das Inselspringen war zunächst Ergebnis von materiellen und zeitlichen Zwängen, aus denen heraus eine direkte Konfrontation mit Japan oder gar ein Frontalangriff auf das japanische Mutterland unmöglich war. Mit stärkster Materialkonzentration wurden daher Einzelziele jeweils mit möglichst überlegenen Kräften angegriffen, indem zu starke Positionen wie etwa Rabaul u.a. isolierte oder strategisch unbedeutende Inseln umgangen ("übersprungen") wurden ("Elkton"). Bei Vorstößen gegen die Salomonen und die Gilbertinseln erprobten die amphibischen Streitkräfte der USA erfolgreich das Inselspringenkonzept, das den Gegner zur Zersplitterung seiner Mittel zwang. Die Landungen erfolgten im Allgemeinen nach massiver Feuervorbereitung durch Luftangriffe und Schiffsartillerie, wobei sich besonders die alten Schlachtschiffe, die in Pearl Harbor inzwischen gehoben worden waren, bewährten. Selbst als schließlich genügend schwimmendes Material für direktes Vorgehen bereitstand, blieb man bei der Strategie des Inselspringens, das Menschen und Material bei größtmöglicher Wirkung schonte. Mit der Eroberung von Iwo Jima und Okinawa im Frühjahr/Sommer 45 fand das Inselspringen sein Ende, da der letzte Sprung, der auf die japanischen Hauptinseln, nach Einsatz der Atombombe und der Kapitulation Japans nicht mehr erforderlich war.