Infanterie

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Sammelbezeichnung für die Fußtruppen der Landstreitkräfte, im Krieg das Gros aller Heere, weitergehende Motorisierung nur in der US-Armee. Die deutsche Infanteriedivision der Vorkriegsjahre bestand aus 3 Infanterieregimentern zu je 3 Bataillonen und 1 Artillerieregiment; dazu kamen 1 Aufklärungsabteilung, 1 Pionierbataillon, 1 Panzerabwehr-und 1 Nachrichtenabteilung sowie Nachschubeinheiten. Eine Infanteriedivision der 1. Welle hatte 534 Offiziere, 102 Beamte, 2701 Unteroffiziere und 14 397 Mannschaften. Diese 17 734 Soldaten umfassende Division verfügte über 4842 Pferde, 919 bespannte Fahrzeuge, 394 Pkw und 615 Lastkraftwagen, 3 gepanzerte Fahrzeuge und 527 Krafträder; Bewaffnung: 378 leichte und 138 schwere MG, 147 Granatwerfer (5 und 8 cm), 26 Infanterie-Geschütze (7,5 und 15 cm), 75 Pak (3,7 cm), 48 Feldhaubitzen (10,5 und 15 cm) 12 Flak (2 cm) sowie 3 Panzerspähwagen. Während des Krieges führte der Mangel an einheitlicher Bewaffnung (u.a. durch Einsatz erbeuteter Waffen) und Ausstattung mit Fahrzeugen zur Aufstellung von Divisionen, deren Zahlen z.T. erheblich von den genannten abwichen; auch die Personalstärke schwankte.

    Bei Kriegsbeginn besaß die Wehrmacht 39 aktive Infanteriedivisionen, davon 4 motorisierte, mobilisierte im August 39 weitere 51 und vor dem Frankreichfeldzug noch einmal 32. Beim Angriff auf die UdSSR wuchs der Bestand auf 138 Infanterien, 9 Sicherungs- und 4 leichte Divisionen. Die schweren Kämpfe führten zu materiellen und personellen Problemen, vermehrt noch durch die Aufstellung weiterer Infanteriedivisionen wie z.B. der Luftwaffenfelddivision. Am 2.10.43 befahl die Organisationsabteilung des Generalstabs des Heeres eine neue Gliederung der Infanteriedivisionen (n.A. = neuer Art), die nun nur noch 10 708 Mann stark war. Seit Juni 44 wurden Grenadierdivisionen aufgestellt (20.7.44: Volksgrenadierdivision); Stand am 30.4.45: 133 Infanterien, 44 Volksgrenadier-, 12 Jäger- und 4 Luftwaffenfelddivisionen, dazu 15 Grenadierdivisionen der Waffen-SS (zum Vergleich Rote Armee April 45: 510 Schützendivisionen).