Il

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Typenabkürzung für Flugzeuge des sowjetischen Konstrukteurs Sergej W. Iljuschin (geboren 18.3.1894, gestorben 10.2.1977). Sein wesentlichster Beitrag zum "Großen Vaterländischen Krieg" war das gepanzerte Schlachtflugzeug Il-2 Sturmowik, von dem Stalin in einem Telegramm an die Fabrikdirektoren sagte, die Rote Armee brauche es "so dringend wie Luft und Brot". Der Prototyp flog erstmals am 30.12.39, die Erprobung verzögerte sich jedoch bis Oktober 40 wegen Stabilitätsproblemen. Im Juni 41 standen die ersten 249 Serienmuster bereit, sie bewährten sich hervorragend bei den schweren Abwehrkämpfen im Mittelabschnitt. Wegen der Verlagerung der Flugzeugfabriken aus Moskau, Fili und Woronesch nach Osten lief die Massenproduktion verspätet an. Nach ersten Einsatzerfahrungen wurde die Il-2M zur zweisitzigen Hauptvariante Il-2M3 entwickelt mit einem 1750-PS-AM-38F-Reihenmotor und 1 beweglichen 12,7-mm-MG als Abwehrbewaffnung für den Bordschützen. Sie kam seit August 42 zum Einsatz.

    Für ihre Aufgaben als Tiefangriffsbomber war die Il-2 ("Iljuscha") bis zu 13 mm Stärke gepanzert und damit gegen Infanteriebeschuss praktisch immun. Auf deutscher Seite war sie als "Eiserner Gustav", "Fliegender Panzer" oder "Die Bucklige" bekannt und als "Schwarzer Tod" gefürchtet. Die Standardbewaffnung bestand aus 2x23-mm-Kanonen in den Tragflächen sowie 2x7,62-mm-MG in der Motorhaube, 400 kg Bomben im Rumpf und 4x82-mm-Luft-Boden-Raketen RS-82 oder 100 kg Bomben als Außenlast, 404 km/h Höchstgeschwindigkeit in 1500 m Höhe. Die Il-2 attackierten ihre Ziele paarweise im Horizontalflug direkt über dem Boden oder im Zwölferverband im Sturzflug. Bei der Panzerschlacht von Kursk (Juli 43) setzten sie so nach sowjetischen Angaben innerhalb von 20 Minuten 70 Panzer außer Gefecht. Für die Bekämpfung der deutschen Kampfwagen Tiger und Panther war ihre Kanonenbewaffnung auf 2x37 mm verstärkt worden. Insgesamt wurden 31 136 Il-2 und 5027 Maschinen der modernisierten Serie Il-10 (Einsatz seit Ende 44) gebaut. Diese Schlachtflugzeuge hatten wie der Panzer T-34 kriegsentscheidende Bedeutung.

    Zum Langstreckeneinsatz gedacht wie die Pe-8 war der Bomber Il-4, Ausgangsmuster 1935 als DB-3, verbesserte Serie seit 1939. Maschinen dieses Typs warfen im August/September 41 zur Vergeltung deutscher Luftangriffe auf Moskau ohne nennenswerten Erfolg über Berlin Bomben ab. Daten der auch als Torpedobomber, Aufklärer und Transporter dienenden Il-4: 2x1100-PS-Sternmotoren M-88B, Startgewicht 10 t, maximal 410 km/h in 6400 m Höhe, mit 1000 kg Bomben intern 4260 km, 940 kg Torpedos oder bis zu 1500 kg Bomben unter dem Rumpf, 3x7,62-mm- oder 12,7-mm-MG als Abwehrbewaffnung, 3-4 Mann Besatzung; insgesamt 5256 Exemplare bis 1944.