Hurricane

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Hawker Hurricane Mk. II C Tropic - No. 73 Sqn. RAF - Nordafrika 1942

    britischer Jagdeinsitzer der Firma Hawker Aircraft, Erstflug 6.11.35. Die Hurricane war analog zur deutschen Me 109 und zur französischen Morane Saulnier M.S. 406 der erste moderne Jagdeindecker der RAF. Mit der Auslieferung der Serienmuster im Oktober 37 ging die Ära der Doppeldecker beim Fighter Command zu Ende. Hawker-Chefkonstrukteur Sydney Camm hatte die Hurricane Mk I nach amtlicher Spezifikation seit 1934 entwickelt, die u.a. eine für damalige Verhältnisse sensationelle Bewaffnung von 8x7,7-mm-MG in den Tragflächen verlangte. Die Hurricane überzeugte beim Probefliegen; mit ihrem 1030-PS-Motor Rolls Royce Merlin II erreichte sie 507 km/h und stieg in 5:42 min auf 4600 m bei einer Dienstgipfelhöhe von 10 400 m. Aus dem ersten Großauftrag für 3500 Maschinen waren bei Kriegsausbruch 315 einsatz- und weitere 107 abnahmebereit. Eine Hurricane errang am 30.10.39 mit einem Abschuss einer Dornier Do 17 Fliegender Bleistift über Toul den ersten britischen Luftsieg an der Westfront.

    Seit Februar 40 kam die verbesserte Serie Mk II mit einem 1280-PS-Motor Merlin XX heraus. Anfang August 40, wenige Tage vor Beginn der Luftschlacht um England, standen 527 Hurricane bei 32 Staffeln in Dienst; 19 Staffeln waren mit der Spitfire ausgerüstet. Diese war der leinenbespannten Hurricane zwar an Geschwindigkeit überlegen, verlangte aber wegen ihrer Ganzmetallbauweise wesentlich mehr Produktionsaufwand. In der folgenden Schlacht schossen die Hurricanes mehr deutsche Flugzeuge ab als Flak und Spitfires zusammen. Spätere Versionen trugen bis zu 12 MG oder als Jagdbomber 4x20-mm-Kanonen in den Tragflächen, einige sogar 2x40-mm-Kanonen, mit denen sie als fliegende Pak z.B. erfolgreich gegen Rommels Panzer in Nordafrika operierten.

    Hurricane-Jäger und -Jagdbomber beteiligten sich an der Verteidigung Maltas wie Burmas, beschützten als Sea-Hurricanes alliierte Konvois, wobei sie als Bordmaschinen der so genannten Catapult Aircraft Merchantmen-Schiffe starteten. Die letzte Bauserie Mk IV war wie ihr gefürchteter Nachfolger Hawker Typhoon mit Raketen zum Jabo-Einsatz bestückt. Bis 1944 wurden allein in Großbritannien insgesamt 12 780 Hurricanes produziert, dazu kamen noch 1450 in Kanada. 2932 Hurricanes lieferte Großbritannien im Rahmen des Leih- und Pachtgesetzes an die Sowjetunion. In kleiner Zahl flog der wendige und robuste Jagdeinsitzer u.a. in Finnland, Belgien, der Türkei und in Portugal.