Ho Chi Minh

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    vietnamesischer Politiker

    geboren: 19. Mai 1890 in Kim Lien gestorben: 3. September 1969 in Hanoi


    (vietnamesisch der Erleuchtete), ursprünglich Nguyen That Tanh; 1911 als Schiffsjunge nach Europa, 1913-24 unstetes Leben als Koch, Journalist, Fotograf in London, Paris und Moskau. Während seiner Wanderjahre warb der glühende Nationalist und Antikolonialist Ho Chi Minh unermüdlich für die Unabhängigkeit seines unter französischer Fremdherrschaft leidenden Landes; v.a. von den Kommunisten erhoffte er sich Hilfe, nahm 1920 am Gründungskongress der KPF in Tours teil und besuchte Lehrgänge der Komintern. 1930 war er in Hongkong Mitbegründer der KP Indochinas und organisierte seit 1941 zusammen mit Pham Van Dong und Giap, dem späteren Sieger von Dien Blin Phu (1954), den Untergrundkampf gegen die japanischen Besatzer Indochinas, die mit den vichytreuen französischen Behörden zusammenarbeiteten. Die von Ho Chi Minh und seinen Mitstreitern gegründete nationale Befreiungsfront, der Vietminh, wurde vom amerikanischen Geheimdienst OSS mit Waffen und Munition unterstützt. Noch bevor die japanischen Truppen am 15.8.45 kapituliert hatten, proklamierten die Vietminhkämpfer im Norden die "Demokratische Republik Vietnam" mit Ho Chi Minh als Staatschef. Der nun entbrennende Kampf um die Wiedererrichtung der französischen Kolonialherrschaft endete 1954 mit der Vertreibung der Franzosen und der Teilung des Landes, dessen Nordteil Ho Chi Minh als Präsident einer kommunistischen Volksrepublik regierte. In einem zweiten Vietnamkrieg (1960/64 bis 1973) gegen die Amerikaner und ihr Satellitenregime im Süden des Landes konnte Ho Chi Minh die Wiedervereinigung des Landes erreichen, deren Vollendung (1975) er nicht mehr erlebte.