Hirohito

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    japanischer Kaiser

    geboren: 29. April 1901 in Tokio gestorben: 7. Januar 1989 in Tokio


    1921 Regent. Nominell Oberbefehlshaber der Streitkräfte, verlor Hirohito seit 1931 zusehends an Einfluss auf Verteidigungs- und Außenpolitik und vollstreckte im Wesentlichen nur die Politik der herrschenden Militärs (Krieg gegen China, Austritt aus dem Völkerbund, Kriegserklärung an Großbritannien, Angriff auf die USA). Erst seit 1944, bei sich abzeichnender Niederlage, gewann er durch seine Amtsautorität wieder an Gewicht und forderte seine Regierung auf, Möglichkeiten der Beendigung des Konflikts zu prüfen, was schließlich im Juli 44 zum Rücktritt des Ministerpräsidenten und Obersten Befehlshabers Tojo führte. Ein Ende der Kämpfe jedoch vermochte Hirohito gegen die Mehrheit der Kriegspartei im Kabinett nicht durchzusetzen, Bitten um Vermittlung an das in einem Nichtangriffspakt mit Japan verbundene Moskau wurden dort verschleppt, sodass es Anfang August 45 zu den Katastrophen von Hiroshima und Nagasaki kam. Eine Besetzung Japans aber konnte Hirohito abwenden, indem er die unbelehrbaren Durchhaltekrieger in der Regierung entmachtete und die Kapitulation erzwang. 1948 vom Internationalen Gerichtshof in Tokio von der Anklage, Kriegsverbrechen begangen zu haben, freigesprochen.