Himmelbett

    Aus Lexikon Zweiter Weltkrieg

    Deckname für ein deutsches Nachtjagdverfahren, beruhte im Gegensatz zur hellen Nachtjagd und späteren "Wilde-Sau"-Taktik auf straffer Führung einzelner Maschinen durch Sprechfunk vom Boden. Jägerleitoffiziere dirigierten die Maschinen mit Hilfe eines Würzburg-Radars an den Feind ("Kurier") heran, der von einem zweiten Würzburg-Gerät erfasst worden war. Die Bewegungen des eigenen wie des feindlichen Flugzeugs ließen sich anhand der Funkmessdaten auf einem "Seeburg"-Tisch als wandernde Lichtpunkte verfolgen, die nun durch laufende Kursangaben an den Nachtjäger in Kontakt gebracht werden sollten. Zusätzlich zu den Scheinwerferriegeln an der deutschen Westgrenze und vor Berlin legte General Kammhuber im Winter 41/42 einen Gürtel der Himmelbett-Stellungen an, der von der Deutschen Bucht bis Belgien reichte. Die einzelnen Himmelbett-Kreise verfügten noch über ein Freya-Frühwarngerät von bis zu 150 km Reichweite. Die Jägerleitbezirke hatten einen Durchmesser von etwa 65 km und überlappten sich gegenseitig. Das aufwändige System bewährte sich, solange die britischen Nachtbomber einzeln auf breiter Front ins Reichsgebiet ein- und ausflogen. Die veränderte RAF-Angriffstaktik des nächtlichen Bomberstroms seit Frühjahr 42 zwang die Nachtjäger zu flexibleren Leitverfahren.